Montag, 27. Mai 2013

Projektbesuch in Tortolì auf Sardinien

So, 19.05.2013 Anreise nach Tortolì

Die Anreise gestaltet sich eigentlich relativ einfach, benötigt dennoch einige Zeit. Mit dem Schnellbus geht es sehr einfach von Dresden Hauptbahnhof bzw. Bahnhof Dresden Neustadt zum Flughafen Berlin-Schönefeld (BBI ist ja leider noch nicht geöffnet!) und dann mit einem Billigflieger nach Gagliari. Von dort sind es aber auch noch 1,5 Stunden mit einem Auto oder 3 Stunden mit dem Bus. Alles kein Problem, denn ein sehr lieber Kollege und Freund Guiseppe Sugamele begleitet uns.


Mo, 20.05.2013 Besuch der  Partnerschule in Totolì, http://www.ipsar.gov.it/


Der Schulname ist für uns erst einmal etwas sperrig "Istituto di Istruzione Professionale die Servizi per l’Enogastronomia e l’Ospitalità Alberghiera e Istituto di Istruzione Professionale dei Servizi per l’Agricoltura a lo Sviluppo Rurale" kurz IPSAR Istituto Alberghiero e Agrario di Tortolì oder auf deutsch "Bildungsinstitut für Gastronomie und Wein, Hotelfachschule und Berufsschule für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung".


Zwei Schulteile liegen direkt in der Innenstadt von Tortolì und sind dadurch für die Schüler sehr gut erreichbar.


Zu unserem ersten Workshop wurden wir herzlich von Guiseppe (Pino) und zwei Kollegen empfangen. 



Nach einer Vorstellung unseres Projektes, unserer Schule und unseres Bildungssystem sahen wir uns die Schule an.

Dadurch, dass es in Italien kein duales System der Berufsausbildung gibt, findet der größte Teil der beruflichen Ausbildung, abgesehen von wenigen Praktika, in der Schule statt.

Besonders interessant für uns, wir haben an unserer Schule nur normale Klassenräume und Computerräume, waren die Küchen und Säle für die Restaurantausbildung. Hier kocht jeder Schüler zwischen 3 und 5 Stunden in der Woche sardische und internationale Küche.


 
In den Computerräumen arbeiten kleine Gruppen an Projekten um traditionelle Produkte zu vermarkten und um Touristen Sardinien näher  zu bringen.

 

Am Nachmittag unternahmen wir einen Ausflug in die nähere Umgebung nach Arbatax.


Der Ort hat ca. 5000 Einwohner bietet aber eine Hauptattraktion der Insel, die aus dem Meer ragenden, blutroten Porphyrspitzen, die sogenannten roten Felsen von Arbatax.


Am Abend hatte sich Pino etwas besonderes überlegt. Wir als deutsche Berufsschullehrer einer Wirtschaftsschule wissen ja gar nicht, wie Käse hergestellt wird, schon gar nicht Pecorino und Ricotta.

Es geht eigentlich ganz einfach. Man braucht nur 20 Liter Schafsmilch, einen Kochherd, einen Topf, Siebe und etwas Lab. Und dann...


noch etwas Ahnung!



Dank professioneller Anleitung hat alles gut geklappt. Es wurde Käse!


Di, 21.05.2013 Fahrt nach Cala Golone, Nuragen

Die Fahrt nach Cala Colone, dort gibt es Grotta del Bue Marino, geht nur über 72 km, aber durch die Berge mit tausenden Serpentinen. 

Unterwegs gibt es ständig wechselnde Aussichten und herrliche Panoramen.


Die Tiere werden, dank des Wetters, nicht in Ställen gehalten, sondern weiden auf dem Land der Gemeinde und nehmen am ÖPNV teil.


Manchmal fühlt man sich wie in Irland ...


... hört aber den Sound Sardiniens durch die vielen Glocken an den Ziegen.


Häufig findet man Nuraghen, das sind prähistorische und frühgeschichtliche Turmbauten der Bonnanaro-Kultur (ca. 1800–1500 v. Chr.).



Mi, 22.05.2013 Fahrt nach Cagliari

Cagliari ist die Hauptstadt Sardinien, liegt im Süden und hat ca. 155.000 Einwohner. Die Burg nimmt einen großen Teil der Altstadt ein.


Vom Kastell aus hat man einen sehr schönen Blick über die Stadt.


Unweit der Stadt kann man frei lebende Flamingos beobachten ...


... und den WWF Park besuchen.




Do, 23.05.2013 Besuch einer Bäckerei für traditionelles Hochzeitsgebäck

Traditionen haben eine sehr große Bedeutung auf Sardinien. Auf Hochzeiten ist Pane coccoi als Dekoration unerlässlich. Die Bäckerinnen gestalten alles mit den Händen und mit unendlicher Geduld.


Alle Brote sind Unikate.


Nach ca. 10 Minuten ist das Kunstwerk fertig gebacken.


Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.





Anschließend besuchten wird den anderen Schulteil in Tortolì. Pino präsentierte voll Stolz die europäischen Projekte.


In diesem Schulteil wird von Schüler mit Handicap eine öffentliche Bar betrieben.


Danach waren wir Gast im Englischunterricht für Köche.



Wenn man so wie die Sarden eng mit dem Meer verbunden ist, wird natürlich viel Fisch gegessen. 

Sehr  interessant fanden wir in der Nähe von Tortolì eine genossenschaftliche Brackwasserfischerei.

    
Mit der Strömung gelangen die Fische in das Brackwasser, dann werden die Tore geschlossen und mit dem abfließenden Wasser müssen die Fische nur noch eingesammelt werden.


Diese Anlage wurde mit Fördermitteln der Europäischen Union errichtet.




Fr, 24.05.2013 Besuch der Landwirtschaftsschule

Heute besuchten wir den dritten Schulteil, ca. 15 Autominuten entfernt von Tortolì. Diesem Schulteil ist ein Internat angegliedert, in dem Schüler aus den Bergdörfern übernachten können und verpflegt werden.




Sa, 25.05.2013 Besuch Nationalpark Monte Petra Liana

Zum Abschluss fuhren wir auf Nebenstrecken durch die Berge und besuchten Bergdörfer mit sehr wechselvoller Geschichte und künstlerischem öffentlichen Protest.







Am Abend konnten wir mit Pino ausgiebig Miesmuscheln (italienisch cozze) essen.






So, 26.05.2013 Abreise






Bonnefantencollege in Maastricht


Erfahrungsbericht zur Teilnahme am EU-Projekt „ School- image- How to optimize our school promotion strategy“

 

Teilnehmer: Ina Dreßler, Eva-Maria Genest

Ort: Maastricht

Zeit: 20.05. – 26.05.2013

 

In der Pfingstferienwoche besuchten wir das Bonnefantencollege in Maastricht. Diese Schule ist vergleichbar mit einer Realschule in Deutschland. Die Schüler haben die Möglichkeit, einen vertiefenden Deutschunterricht zu absolvieren.

Sehr herzlich aufgenommen und betreut wurden wir von Herrn Hans Nelissen, den wir bereits in Dresden kennenlernten, da er seit einigen Jahren im Februar mit Schülern der 9. Klasse u. a. unsere Schule besucht. Er führte uns durch seine Schule, hat uns am Deutschunterricht teilnehmen lassen, besprach mit uns das Prüfungssystem der Niederlande. Besonders angetan waren wir von einer Stadtführung durch Neuntklässler, die wir bereits aus Dresden kannten. Stolz führten sie uns durch ihre Stadt und erklärten uns auf Deutsch wichtige Sehenswürdigkeiten.

Im weiteren Verlauf unseres Aufenthaltes lernten wir das Berufsschulzentrum von Maastricht kennen. Was uns aufgrund der architektonischen Verschmelzung von Alt und Neu und der sehr guten technischen Ausstattung außerordentlich gefiel. Über das niederländische berufliche Schulsystem      (Vollzeitausbildung mit Praxisausbildung im Haus) haben wir anregende Gespräche mit Fachkollegen geführt. Immer wieder wurden wir ganz interessiert auf unser deutsches duales Berufsausbildungssystem angesprochen und darum auch beneidet.

Begeistert waren wir von der offenen Art der niederländischen Schüler und dem Interesse an uns.
In unserer Freizeit erkundeten wir Maastricht und Umgebung.
Unser besonderer Dank gilt Herrn Hans Nelissen für seine engagierte Betreuung. Wir freuen uns auf seinen erneuten Besuch mit Neuntklässlern im Februar 2014 in Dresden.

Ina Dreßler und Eva-Maria Genest

Samstag, 13. April 2013

Erster Projektbesuch in Verona und Bardolino



6. April 2013, So.
Ankunft in Verona

Nach kurzem Flug von Dresden über München sind wir in Verona angekommen. Italien begrüßte uns mit Sonnenschein und Frau Astrid Donadini (Koordinatorin für Europäische Projekte bei der ACCADEMIA DELLE 5T DELLA QUALITÁ, http://www.accademia5t.it/index.htm) mit ihrer umwerfenden Herzlichkeit.
 


Auf dem Weg zu unserer ersten Unterkunft in einem Agriturismo besprachen wir in Mantua den Ablauf des Besuchs auf der Messe VINITALY 2013.


 
7. April 2013, So.
Besuch der Vinitaly http://www.vinitaly.com/

 


Wir hatten ja keine Vorstellung davon, wie groß diese Messe wirklich ist. Knapp 95.000 m², in 11 Hallen mit 4.255 Ausstellern. Man kann unmöglich alles sehen und probieren.


Weine, Pesto, Pasta, Käse, Olivenöl usw. testen ist sehr schön, aber das wichtigste war für uns, zu sehen wie sich die Schulen auf der Messe präsentieren. Von der ACCADEMIA DELLE 5T DELLA QUALITÁ wird ein Messerestaurant betrieben, welches an jedem Messetag von einer anderen Schule im Bereich Küche und Service betreut wird. Die verwendeten Produkte werden von den Herstellern selbst vorgestellt.


Ankunft in Bardolino und Übernachtung im Hotel  Orchidea http://www.hotelorchideaonline.com/




8. April 2013, Mo.
12.15 Uhr Abholung vom Hotel und erste Besichtigung des Schulgebäudes : IPSAR „L. Carnacina“ Via Europa Unita, 1 (www.carnacina.it).

Die Schule ist eine Hotel- und Restaurantfachschule. Allerdings gibt es das Duale System der Berufsausbildung in Italien nicht, sodass die Schüler nur an der Schule ausgebildet werden, abgesehen von einigen Praktika. Der vollständige Name der Schule heißt  "Isttituto Professionale per i Servizi Alberghieri e delle Ristorazione "Luigi CARNACINA". Die Schule zog1992 in dieses neue Gebäude.


An der Schule gibt es ca. 1000 Schüler, 48 Klassen und 120 Lehrer.



Wir wurden sehr herzlich von der Deutschlehrerin Maragrazia Campioni begrüßt und durch das Haus geführt.


Mittagessen in der Schule


Das Essen wurde von Schülern zubereitet und serviert. In einer von deutschen Touristen vielbesuchten Region wie dem Gardasee ist sind Sprachkenntnisse sehr wichtig. Im Service waren wir erstaunt wie differenziert die Kenntnisse sind.

14.00 – 16.00 Uhr Workshop (Präsentation der einzelnen Schulen, Teamarbeit Organisation, Diskussion)

Am Nachmittag trafen wir uns mit einigen Kollegen und dem Schulleiter um unsere Schulen und unser Bildungssystem vorzustellen. Wir fanden dies immens wichtig für die italienischen Kollegen, damit sie den Kontext unserer Fragen richtig verstehen.


 

9. April 2013, Di.
8.30 Uhr Treffpunkt in der Schule und Besichtigung der Cantine Zeni mit Weinprobe (http://www.zeni.it/it/) 

Das Weinmuseum gibt es seit 1991. Für eine Gastronomieschule ist es wichtig ein Weingut als regionalen Partner zu haben.
 

Sehr interessant für uns war, wie die Anbaugebiete traditionell gegliedert sind und welcher Wert auf die Ursprungskennzeichnung (Gütesiegel der EU) DOC (Denominazione di origine controllata) die Qualitätsstufen IGT (Indicazione-Geografica-Tipica) und DOCG (Denominazione-di-Origine-Controllata-e-Garantita) gelegt werden.
 
10.00 Uhr - 13.00 Uhr Hospitation in der Küche der Schule
 

Das Schulsystem in Italien ist anders geliedert als in Deutschland. Die Ausbildung der Köche und Kellner findet nur (von wenigen Praktika abgesehen) an der Schule statt. Dazu gibt es Lehrküchen und Lehrrestaurants an der Schule. Die Schüler werden sehr stark von den Lehrern direkt angeleitet und haben wenige Freiräume um sich selbst auszuprobieren.
 
14.00 Uhr – 18.00 Uhr Den Gardasee entdecken

Am Nachmittag fuhren wir in den Nachbarort Lazise. Dieser war mit seinen ca. 7000 Einwohnern noch sehr ruhig. Das wird sich aber in der Saison durch die große Anzahl an Touristen stark ändern.




10. April 2013, Mi.
10.00 Uhr Treffpunkt in der Schule. Begrüßung vom Schulleiter.  Hospitationen in Klassen oder  in den Laboratorien .
 

Anders als in Deutschland wird der Schulleiter (principale) in Italien nur für 3 Jahre vom Kultusministerium berufen. Dann kann er weiter als Schulleiter an dieser Schule bleiben, oder an eine andere Schule gehen.

Hier eine kurze Vorstellung der Schule (auf Italienisch):


 
 
Mittagsessen in der Schule

Einmal im Jahr werden die ehemaligen Schulleiter der Region zu einem Mittagessen in diese Schule eingeladen. Die Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahres kochen und servieren.


 
15.00 Uhr Besichtigung vom Ölmuseum (http://www.museum.it/)
 
Olivenöl ist für die mediterrane Küche sehr wichtig. Ebenso wichtig ist zu wissen, wie das Öl hergestellt wird und welche Qualitätsunterschiede es dabei gibt.
 




 
 11. April 2013, Do.
10.00 Uhr Treffpunkt in der Schule. Hospitationen in Klassen oder  in den Laboratorien .

Wenn man die Schule betritt wird man gleich von einer schulischen Hilfskraft in Empfang genommen, die einem Auskunft darüber geben kann wo die Klassen und die Lehrer gerade sind usw.

Gleichzeitig gibt es ein automatisiertes Anwesenheitssystem. Damit können die Eltern über das Internet sehen, ob ihre Kinder in der Schule sind.


 
15.00 Uhr Workshop (Möglichkeiten der Ausgestaltung von intensivierter Teamarbeit und Organisation, Abschlusspräsentation, Erfahrungsaustausch und Diskussion)

Zum Abschluss haben wir uns nochmals zusammengesetzt und über unsere Erfahrung aus dem Besuch gesprochen.


 
12. April 2013, Fr.
Freizeit in Verona
Abfahrt